ZET.reise | Sanduhr

 

Eine Sanduhr (auch: Stundenglas) ist ein einfaches, etwa seit Anfang des 14. Jahrhunderts bekanntes, Zeitmessgerät. Der früheste Beleg für ihre Verwendung findet sich in der Malerei auf dem 1338 von Ambrogio Lorenzetti erschaffenen Fresko „Allegorie der Guten Regierung“ im Palazzo Pubblico (Siena).
Eine eindeutige Erwähnung der Sanduhr findet sich erst 1379 in einem Inventar Karls V. von Frankreich, frühere Quellen des 14. Jahrhunderts beschreiben allerdings die gebräuchliche Verwendung von gläsernen Uhren zur Zeitmessung.
Auch wenn ihr genauer Ursprung ungeklärt bleibt, ist gesichert, dass die Sanduhr etwa gleichzeitig mit der Räderuhr Verbreitung fand.

 

Aufbau einer Sanduhr

Der Sand-Uhrmacher (1698)

 

Die ältesten Sanduhren bestanden aus zwei einzelnen Glaskolben, die an ihrem Hals miteinander verbunden waren. Der Durchfluss des Sandes wurde durch eine Lochblende aus Metall, Glas, Glimmer oder Holz zwischen den Kolben geregelt. Diese Lochblenden nutzten sich durch den Gebrauch der Uhr langsam ab und wurden durch Abrieb geweitet. Dadurch rieselte der Sand schneller durch die Blende und die Laufdauer der Sanduhr verringerte sich. Ab 1750 konnten die Sanduhren aus einem Stück gefertigt werden und die Lochblende wurde durch eine haltbare Einschnürung zwischen den Glaskolben ersetzt. Den Sand füllte man über eine kleine Öffnung im Glasboden ein, die dann z. B. mit Wachs oder mit einem Korken verschlossen wurde. Ab etwa 1800 konnten die Sanduhren durch nachträgliches Verschmelzen der Einfüllöffnung vollständig versiegelt werden.
Für die Füllung ist gewöhnlicher Sand ungeeignet. Es muss in der Körnung möglichst klein und homogen sein. Die einzelnen Partikel dürfen nicht verkleben und müssen unempfindlich gegenüber Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-schwankungen sein. Im Spätmittelalter wurden neben Marmorstaub, Zinn- oder Bleisand auch feingemahlene Eierschalen verwendet. Aus dem 13. Jahrhundert sind „Rezepte“ für die spezielle Zubereitung des Sandes bekannt. Er wurde fein gesiebt und nach Vorschrift abgekocht. Heute verwendet man zur Füllung sehr feine Glasperlen.
Der Glaskörper der Sanduhr ist sehr empfindlich gegenüber Stößen. Zum Schutz und damit man die Sanduhr aufstellen kann, wird er in einer Halterung montiert.


Funktionsweise

Das Funktionsprinzip der Sanduhr ähnelt den aus dem alten Ägypten bekannten Wasseruhren. Aus dem oberen Kolben rieselt der Sand durch eine offene und enge Verbindungsstelle der beiden Glaskolben langsam in den unteren Kolben. Anhand der durchgelaufenen Sandmenge können je nach Größe der Sanduhr Zeitabschnitte zwischen wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Stunden gemessen werden.

 

 

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